Philosophie des Institutes2016-12-18T15:17:29+00:00

Philosophie des Institutes

Das Würzburger Institut versteht sich seit seiner Gründung 1986 als synoptisches Institut.
In den vergangenen hundert Jahren haben sich mehrere „Schulen“ der Psychoanalyse etabliert, die die Gegenstände des Interesses aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Dabei haben sich unterschiedliche theoretische Konzepte und teilweise auch eigene Sprachgebräuche etabliert. Im Wesentlichen können vier große Richtungen der Psychoanalyse unterschieden werden: Die Triebtheorie, die Objektbeziehungstheorie, die Ich-Psychologie und die Selbstpsychologie. Daneben haben sich die Individualpsychologie nach A. Adler und die analytische Psychologie nach C.G. Jung weiterentwickelt.

Wir verstehen uns als ein Ort, in dem Analytiker aus allen Therapierichtungen zusammenkommen und in freier und wohlwollender Atmosphäre ihre praktische und theoretische Arbeit diskutieren können. Dies gilt besonders auch für unseren Ausbildungsbetrieb, in dem wir den Studierenden ermöglichen wollen, sich mit verschiedenen Richtungen innerhalb der theoretischen Pluralität auseinander zu setzen. Das Ziel ist dabei die Entwicklung einer eigenständigen, stabilen Identität als Psychoanalytiker (bzw. als tiefenpsychologisch orientiertem Psychotherapeuten), die neben dem theoretischen Wissen, den praktischen Fähigkeiten und der entsprechenden Haltung auch ein stimmiges Gefühl für die innere Konsistenz des Erlernten bedeutet.

Dieser synoptische Zugang hat Vor- und Nachteile. Der größte Nachteil ist wohl, dass sich der Studierende nicht an einer vorgegebenen Lehrmeinung orientieren kann und besonders anfangs die Orientierung innerhalb verschiedener Denktraditionen schwierig ist. Der größte Vorteil ist aber, dass er nicht festgelegt ist und in seinem Prozess der Entwicklung herausfinden kann, mit welchen Theorien und Annahmen er psychische Phänomene für sich am besten konzeptualisieren kann.
Mit dem synoptischen Zugang ist das Institut mit anderen Instituten mit ähnlicher Philosophie innerhalb der DGPT als „freies Institut“ organisiert. Die „freien Institute“ stellen, gemessen an der Zahl der Mitglieder, mittlerweile die größte Gruppe in der DGPT dar.