ProfLang2020-02-10T14:06:23+00:00

Wir trauern um Prof. Dr. Dr. Hermann Lang

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Prof. Dr. Dr. Hermann Lang war seit 30 Jahren dem Würzburger Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie (WIPP) eng verbunden. Er war einer der Gründungsväter unseres Instituts. Er hat das Institut in all diesen Jahren aktiv als Lehranalytiker, Supervisor, Dozent, als Mitglied des Ausbildunsgsausschusses und 18 Jahre als Mitglied des Vorstands begleitet.

Sein Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke.

Ich möchte ihm persönlich danken für seine Solidarität, Loyalität und seine offene Direktheit, die er mir entgegengebracht hat.
Die Betroffenheit und die Trauer bei Studierenden und Mitgliedern des Instituts sind groß. Wir sind ihm zu Dank verpflichtet.
Er wird uns in guter Erinnerung bleiben.

Erich Limmer

In der Sylvesternacht 2019, ist Hermann Lang im 82. Lebensjahr nach langer Krankheit verstorben.

Hermann Lang war Psychoanalytiker, Psychiater und Philosoph mit internationaler Ausstrahlung und Anerkennung. Nach seiner Ausbildung als Arzt studierte er Philosophie bei Gadamer in Heidleberg, ging dann mit einer Empfehlung von Alexander Mitscherlich nach Paris und näherte sich der Lehre von Jaques Lacan an. Nach seiner Promotion in Medizin („Zur Rolle und Position des Vaters bei Schizophrenen“) und seiner Habilitationsschrift („Die strukturale Triade – struktural-analytische Untersuchungen zur familiären Tiefenstruktur bei Schizophrenen“) wurde Hermann Lang Leiter der Abteilung für Psychotherapie und Medizinische Psychologie der Universität Heidelberg. Seit 1990 war er Ordinarius und Vorstand des Instituts für Psychotherapie und medizinische Psychologie der Universität Würzburg. Aus dieser Position wurde er Gründungsmitglied und später Mitglied des Vorstandes des Instituts für Psychoanalyse und analytische Psychotherapie Würzburg.

Hermann Lang hat ein umfassendes Werk von mehr als 200 Publikationen geschaffen. Er war als Arzt, ein leidenschaftlicher Vertreter der natur-und geisteswissenschaflichen Medizin, der biologische, psychologische und philosophische Aspekte des Menschen miteinander verband. Für sein profundes Wissen und für seinen respektvoller Umgang in seiner Funktion als Professor und Lehrer, wurde er von Studierenden, Doktoranden und Habilitanden gleichermaßen geachtet und wertgeschätzt. Unser Würzburger Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie verdankt besonders auch ihm, seine Existenz.

In den Geburtswehen des Würzburger Instituts trat er stets, als besonnener und weitsichtiger Psychoanalytiker auf, dessen freundliche Beharrlichkeit das Ziel nie aus den Augen verlor. Für uns als pschoanalytische Kollegen, aber auch für die Studierenden, war er ein Leuchtturm der Vernunft, in einem Meer geistiger Verwirrung und seelischem Leiden. Wir behalten ihn in Erinnerung als, geistigen Führer, der uns auch in der Zukunft weiter begleiten wird und dessen tiefe humanistische Verwurzelung, uns ein Beispiel bleiben wird.

Rüdiger Doßmann