Psychoanalytiker2016-12-18T15:17:30+00:00

Psychoanalytiker/in (DGPT)

Die Ausbildung erfüllt die Aus- und Weiterbildungsrichtlinien der DGPT. Sie führt zur Approbation bzw. Zulassung als analytische/r und tiefenpsychologisch fundierte/r Psychotherapeut/in mit der Möglichkeit der Eintragung in das Arztregister sowie der kassenärztlichen Tätigkeit (Niederlassung).

Die Ausbildung gliedert sich in folgende Teile:

  • Lehranalyse
  • mind. 400 Stunden
  • ausbildungsbegleitend

  • mind. 600 Stunden
  • im Rahmen von Seminaren, Vorträgen und Vorlesungen

  • mind. 1000 Stunden Patientenbehandlung unter Supervision

  • mindestens 12 Monate klinische Erfahrung in Psychiatrie und Psychosomatische Medizin (1200 Stunden Psychiatrie, 600 Stunden Psychosomatische Medizin)

Die Ausbildung erfolgt berufsbegleitend und dauert mindestens zehn ordentliche Studiensemester. 

Selbsterfahrung:
Die Lehranalyse ist ein zentraler Bestandteil der Ausbildung. Der/die zukünftige Psychoanalytiker/in soll dabei die Möglichkeit erhalten, persönliche innerseelische Konflikte zu erfassen, das eigene Unbewusste zu erforschen und den analytischen Prozess kennen zu lernen.

Dies ist eine unabdingbare Voraussetzung für den verantwortungsvollen Umgang mit in der Therapie auftauchenden Phänomenen.

Die Lehranalyse erfolgt über den Zeitraum der gesamten Ausbildung in dreistündigem Setting und umfasst mindestens 400 Stunden. Der/die Studierende wählt einen Lehranalytiker aus dem Kreis der vom Institut anerkannten Lehranalytiker und vereinbart mit diesem auch das Honorar für die Lehrbehandlung.

Theorie:
Die theoretischen Inhalte werden im Rahmen von Vorlesungen und Seminaren am Institut angeboten. Neben den allgemeinen theoretischen Inhalten, die in Vorträgen und Vorlesungen vermittelt werden, ist der Besuch folgender Seminare obligat:

  • Proseminar (1. und 2. Semester)
  • Anamneseseminar (3. und 4. Semester)
  • Kasuistisch-technisches Seminar (nach der Zwischenprüfung, 5.-10. Semester)

In den Seminaren werden auch eigene Referate zur Vertiefung der Lehrinhalte gehalten:  

  • 1 Literaturreferat
  • 1 Traumreferat
  • 2 technische Referate (schriftlich und mündlich)
  • 2 kasuistische Referate (schriftlich und mündlich)

Praktische Tätigkeit:
Im Vorstudium werden Patientenuntersuchungen unter Supervision durchgeführt. Im sogenannten Anamnesepraktikum werden bei mind. 20 Patienten die Anamnese erhoben und eine diagnostische Beurteilung und psychodynamische Interpretation durchgeführt. Von den 20 Fällen sind 3 Anamnesen von Kindern- und Jugendlichen zu erheben. Die Untersuchungen werden von einem Supervisor des Institutes begleitet und bestätigt.

Im Hauptstudium, nach erfolgreicher Zwischenprüfung, erfolgen die sogenannten kontrollierten Behandlungen. Dabei werden von der Ambulanz des Institutes geeignete Patienten zugewiesen, die vom Ausbildungskandidaten behandelt werden. Es erfolgt eine Supervision im Verhältnis 1:4 (eine Stunde Supervision für vier Behandlungsstunden).
Es müssen bis zur qualifizierenden Abschlussprüfung mindestens 1000 Stunden Behandlung und 150 Stunden Supervision nachgewiesen werden. Die Supervision kann teilweise auch in einer Supervisionsgruppe erfolgen.
Die Behandlungen müssen folgende Therapien abdecken:

  • 2 analytische Behandlungen mit mind. 240 Sitzungen
  • 3 tiefenpsychologische Behandlungen
  • 1 Kurzzeittherapie 

Psychiatriepraktikum:
Nach den Regularien des Psychotherapeutengesetzes sowie der Ärztekammern muss der/die Kandidat/in 12 Monate Erfahrung in Einrichtungen der Psychiatrie bzw. Psychosomatik absolvieren (1200 Stunden Psychiatrie, 600 Stunden Psychosomatische Medizin). Das Praktikum findet an kooperierenden Kliniken und Praxen statt.

Zwischenprüfung:
Die Zwischenprüfung stellt die Voraussetzung zur Zulassung zu den kontrollierten Behandlungen dar. Nach vier Semestern Regelstudienzeit, 120 Stunden Lehranalyse und nach erfolgreicher Absolvierung der Inhalte des Vorstudiums wird der letzte Anamnesefall schriftlich dargestellt und mit den Prüfern disputiert.

Qualifizierende Abschlussprüfung:
Das Ende der Ausbildung stellt die qualifizierende Abschlussprüfung dar. Es wird über eine selbst durchgeführte analytische Behandlung eine schriftliche Arbeit verfasst, in der die wichtigsten Elemente der Übertragungsbeziehung dargestellt und theoretisch diskutiert werden. Die Arbeit wird in einer institutsöffentlichen Veranstaltung (Kolloquium) präsentiert und diskutiert.
Die Prüfung qualifiziert den/die Kandidaten/in zur ordentlichen Mitgliedschaft in der DGPT sowie am Institut für Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie Würzburg.

Neben dieser Prüfung ist von Psychologen/innen eine staatliche Prüfung zur Erlangung der Approbation und von Ärzten eine Prüfung vor der Ärztekammer zur Erlangung der Zusatzbezeichnung abzulegen. Diese Prüfung qualifiziert zur selbstständigen Durchführung von Therapien und zur Teilnahme an der kassenärztlichen Patientenversorgung.

Links:
Zulassungsverfahren
Kosten
Weiterbildungsordnung
Bayerische Landesärztekammer
Psychotherapeutenkammer
DGPT