Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapeut2019-04-16T18:56:58+00:00

Tiefenpsychologisch fundierte/r Psychotherapeut/in

Die Ausbildung erfüllt die Aus- und Weiterbildungsrichtlinien des Psychotherapeutengesetzes. Sie führt zur Approbation bzw. Zulassung als  tiefenpsychologisch fundierte/r Psychotherapeut/in mit der Möglichkeit der Eintragung in das Arztregister sowie der kassenärztlichen Tätigkeit (Niederlassung).

Die Ausbildung gliedert sich in folgende Teile:

  • tiefenpsychologisch fundierte Selbsterfahrung oder Lehranalyse
  • mind. 150 Stunden

  • mind. 600 Stunden
  • im Rahmen von Seminaren, Vorträgen und Vorlesungen

  • mind. 600 Stunden Patientenbehandlung unter Supervision

  • mindestens 12 Monate klinische Erfahrung in Psychiatrie und Psychosomatische Medizin

Die Ausbildung erfolgt berufsbegleitet und dauert mindestens zehn ordentliche Studiensemester. 

Selbsterfahrung:
Die Selbsterfahrung ist ein zentraler Bestandteil der Ausbildung. Der/die zukünftige Psychotherapeut/in soll dabei die Möglichkeit erhalten, persönliche innerseelische Konflikte zu erfassen und deren. Auswirkungen auf seine Lebensgestaltung kennen zu lernen. Dies ist eine unabdingbare Voraussetzung für den verantwortungsvollen Umgang mit in der Therapie auftauchenden Phänomenen.

Die Selbsterfahrung erfolgt wahlweise als Analyse oder als tiefenpsychologisch fundierte Therapie und umfasst mindestens 150 Stunden. Der/die Studierende wählt einen Lehranalytiker/in oder Therapeut/in aus dem Kreis der vom Institut anerkannten Lehranalytiker/innen und vereinbart mit diesem/r auch das Honorar für die Lehrbehandlung.

Theorie:
Die theoretischen Inhalte werden im Rahmen von Vorlesungen und Seminaren am Institut angeboten. Neben den allgemeinen theoretischen Inhalten, die in Vorträgen und Vorlesungen vermittelt werden, ist der Besuch folgender Seminare obligat:

  • Proseminar (1. und 2. Semester)
  • Anamneseseminar (3. und 4. Semester)
  • Kasuistisch-technisches Seminar (nach der Zwischenprüfung, 5.-10. Semester)

In den Seminaren werden auch eigene Referate zur Vertiefung der Lehrinhalte gehalten:

  • 1 Literaturreferat
  • 1 Traumreferat
  • 2 technische Referate (schriftlich und mündlich)
  • 2 kasuistische Referate (schriftlich und mündlich)

Praktische Tätigkeit:
Im Vorstudium werden Patientenuntersuchungen unter Supervision durchgeführt. Im sogenannten Anamnesepraktikum werden bei mind. 20 Patienten die Anamnese erhoben und eine diagnostische Beurteilung und psychodynamische Interpretation durchgeführt. Von den 20 Fällen sind 3 Anamnesen von Kindern- und Jugendlichen zu erheben. Die Untersuchungen werden von einem Supervisor des Institutes begleitet und bestätigt.

Im Hauptstudium, nach erfolgreicher Zwischenprüfung, erfolgen die sogenannten kontrollierten Behandlungen. Dabei werden von der Ambulanz des Institutes geeignete Patienten zugewiesen, die vom Ausbildungskandidaten behandelt werden. Es erfolgt eine Supervision im Verhältnis 1:4 (eine Stunde Supervision für vier Behandlungsstunden).

Es müssen bis zur qualifizierenden Abschlussprüfung mindestens 600 Stunden Behandlung und 150 Stunden Supervision nachgewiesen werden. Die Supervision kann teilweise auch in einer Supervisionsgruppe erfolgen.
Die Behandlungen müssen folgende Therapien abdecken:
Behandlung von mindestens acht Patienten, wobei zwei der Behandlungen Langzeittherapien mit mind. 80 Stunden sein sollen.

Psychiatriepraktikum:
Nach den Regularien des Psychotherapeutengesetzes sowie der Ärztekammern muss der/die Kandidat/in 12 Monate Erfahrung in Einrichtungen der Psychiatrie bzw. Psychosomatik absolvieren, dabei sind 1200 Stunden in Psychiatrie, 600 Stunden in Psychosomatischer Medizin nachzuweisen. Das Praktikum findet an kooperierenden Kliniken und Praxen statt.

Zwischenprüfung:
Die Zwischenprüfung stellt die Voraussetzung zur Zulassung zu den kontrollierten Behandlungen dar. Nach vier Semestern Regelstudienzeit, 2 Jahren kontinuierlicher Selbsterfahrung und nach erfolgreicher Absolvierung der Inhalte des Vorstudiums wird der letzte Anamnesefall schriftlich dargestellt und mit den Prüfern disputiert.

Qualifizierende Abschlussprüfung:
Das Ende der Ausbildung stellt die qualifizierende Abschlussprüfung dar. Es wird über eine selbst durchgeführte tiefenpsychologisch fundierte Behandlung eine schriftliche Arbeit verfasst, in der die wichtigsten Elemente der Therapie dargestellt und theoretisch diskutiert werden. Die Arbeit wird in einer institutsöffentlichen Veranstaltung (Kolloquium) präsentiert und diskutiert.

Neben dieser Prüfung ist von Psychologen/innen eine staatliche Prüfung zur Erlangung der Approbation und von Ärzten/innen eine Prüfung vor der Ärztekammer zur Erlangung der Zusatzbezeichnung abzulegen. Diese Prüfung qualifiziert zur selbstständigen Durchführung von Therapien und zur Teilnahme an der kassenärztlichen Patientenversorgung.

Links:
Zulassungsverfahren
Kosten
Weiterbildungsordnung
Bayerische Landesärztekammer
Psychotherapeutenkammer
DGPT